Vom Nordkap nach Gibraltar
Aus Dieselkradwiki
» 5676 km
» 114 Stunden
» 107 l Diesel
Was fängt man in Zeiten immer schlechter werdender Fernsehprogramme, steigender Spritpreise und stetig beliebter werdender All-Inclusive Pauschalurlaubsmentalität mit der vom Arbeitgeber zugestandenen Jahresfreizeit an ?
Man geht bzw. fährt ganz einfach allen dreien aus dem Weg. Wie? Ganz einfach! Flitzibitz gebaut, zugelassen und losgefahren. Fertig!
Ok, jetzt nochmal langsam. Reinhard hat uns im letzten September seinen ganz frischen zweiten Dieselmotorrad-Eigenbau vorgestellt. Den Flitzibitz, seine Idee eines leichten Alltags- und Fernreisetauglichen Motorrades, welches auch das sparsamste zulassene Gefährt Deutschlands werden sollte. Um es vorweg zu nehmen, das Ziel wurde gleich im ersten Anlauf erreicht. Flitzibitz in Gibraltar
Nach Monaten des erfreulich reibungslosen Alltagsbetrieb über einige Monate reifte die Überlegung die Fähigkeiten des Flitzibitz mit einer Sparfahrt quer durch Europa zu manifestieren. Um die Sache so aussagekräftig wie möglich zu machen blieb eigentlich nur Europa vom Nördlichsten bis zum Südlichsten Punkt zu durchqueren. Das möglichst schnell, und mit so wenig Treibstoff wie nie ein anderes Strassenzugelassenes Fahrzeug vorher. Am 4.7.2005 fiel um 4 Uhr morgens der symbolische Startschuss für das Unternehmen.
Abfahrt am Nordkap!
Die eigentliche Hauptstrecke, Nordkap – Gibraltar betrug 5676 km. Die Strecke führte durch Norwegen, ein bisschen Finnland und Schweden an die schwedische Ostseküste. Von Lulea anach Stockholm, Kopenhagen, Fehmarn, Hamburg, Luxemburg, Dijon, Lyon, Montpellier, Barcelona, Valencia, Granadaund Malaga am Ende nach Gibraltar.
Das Ziel wurde nach 5 Tagen, am 9.7. um 22.00 Uhr abends erreicht. Das entspricht einer Bruttofahrzeit von 114 Stunden. In der Zeit wurden 106,89 l Diesel verbrannt. Das entspricht einem Verbrauch von 1,88 l / 100 km. Die Hinfahrt zum Nordkapp nahm 4 weitere Tage in Anspruch; die Rückfahrt von Gibraltar 3 Tage. Insgesamt wurden also in 12 Tagen 12049 km zurückgelegt.
Bis das Gegenteil bewiesen ist, beansprucht Reinhard für dem Flitzibitz den Titel: Sparsamstes straßenzugelassenes Kraftfahrzeug Europas (das VW Ding steht im Museum und zählt deswegen nicht!)
Der Webmaster möchte dem Ausführenden an dieser Stelle noch einmal herzlichst Gratulieren. Dazu es geschafft zu haben, eine Idee zu leben, einen Traum zu verwirklichen und Zeichen zu setzen. Gleichzeitig darf der Rest der Welt sich durch diesen kleinen "Across Europe in Five Days" Trip aufgerufen fühlen nachzulegen.
Es gibt eine Menge beachtenswerter Trans-Europa Touren vom Nordkap bis Gibraltar. Per Fahrrad, oder gar zu Fuß. In der Zeit von 7 Tagen 20 Stunden 7 Minuten hat z.b. ein Team von Radfahrern die Strecke in Form einer Non-Stop Fahrt mit wechselnden Fahrern bewältigt.
Ich habe jedoch keine Dokumentierte Fahrt gefunden die einzelner Fahrer ohne Betreuungsteam in dieser Zeit unternommen hat. Und natürlich keine die mit der Menge von gerade einmal 107 Litern Diesel ausgekommen wäre. Der erzielte Verbrauch von 1.88 Litern handelsüblichem Diesel auf 100 Kilometern ist damit die gesetzte Marke und wir sind gespannt wie lange es dauern wird bis diese Unterboten wird. Wenn Sie denn unterboten wird, denn meiner bescheidenen Meinung nach liegt die Messlatte gleich von Anfang an nun ziemlich hoch.
Nachtrag aus gegebem Anlaß: Natürlich kann mit jeder Originalen indischen Diesel-Enfield, und erst Recht mit jeder Lombardini-Enfield von Beckedorf oder Hatz-Enfield von Sommer Motorradtechnik einen Verbrauch von weniger als 1.88l/100km realisieren. Da der Flitzibitz gegenüber diesen Maschinen einen Gewichtsvorteil von 40kg bis 50kg hat wird er unter vergleichbaren Bedingungen sicherlich immer unter deren Verbräuchen liegen. Im LKW-Windschatten sind auch durchaus 1.2l/100km realisierbar. Ausserdem hat sich bislang niemand sonst die Mühe gemacht in zwei Wochen über 12000km abzureissen. Um Reinhards Engagement zu würdigen bekräftige ich die Aussage das es sich bei dem Flitzibitz um das sparsamste strassenzugelassene Fahrzeug Europas handelt.
- 4 Jahre später?
- Was ist passiert? Leider nichts. Ok, fast nichts. Keiner hat die Reise nachgemacht. An echten Spritsparern ist nur Honda mit der 125er Innova auf den Markt gekommen. Die ist allerdings ein Benziner und darf daher hier nicht behandelt werden.
Hab ich hier eigentlich schon über die von DMAX zu Schau gestellte Custombike Nordkap-Tour im Sommer 2008 gelästert? Falls ja, dann tu ich es halt doppelt. Im Sommer 2008 sind zwei sogenannte "Bike-Builder" recht werbewirksam mit ihren "Custombikes" von einem Kamerateam beglitten ebenfalls zum Nordkap gefahren. Allerdings nur hingefahren, nichtmal zurück. Ohne Gepäck und im Team. Ziemlich Hardcore.



